Blutdruck

Apple Watch Ultra 3 Blutdruck messen

Apple Watch Ultra 3 Blutdruck messen: erfahren Sie, was die Funktion wirklich leistet und wie sie sich von Ultra 2, Ultra 1 und Samsung unterscheidet.

Apple Watch Ultra 3 Blutdruck messen

Wer beim Kauf der Apple Watch Ultra 3 an eine klassische Blutdruckmessung denkt, wird enttäuscht: Die Uhr zeigt keine Systole- und Diastole-Werte wie eine Blutdruckmanschette. Stattdessen bietet sie eine Funktion, die über einen längeren Zeitraum Hinweise auf mögliche Anzeichen von Bluthochdruck geben kann. Wie diese Funktion technisch funktioniert, wo sie sich von älteren Apple-Watch-Generationen unterscheidet und wie sie im Vergleich zur Blutdruckmessung der Samsung Galaxy Watch Ultra abschneidet, klärt dieser Artikel.

Was kann die Apple Watch Ultra 3 beim Blutdruck wirklich leisten?

Die Apple Watch Ultra 3 misst den Blutdruck nicht direkt. Sie nutzt einen optischen Pulssensor, der über die Photoplethysmographie (kurz PPG) die Durchblutung am Handgelenk erfasst. Aus diesen Daten wertet die Uhr über einen längeren Zeitraum – üblicherweise mehrere Wochen, vor allem im Schlaf – Muster im Pulswellenverlauf aus, die auf einen dauerhaft erhöhten Blutdruck hindeuten können.

Erkennt die Software wiederkehrende Auffälligkeiten, erscheint eine Benachrichtigung, die auf ein mögliches Anzeichen von chronischem Bluthochdruck hinweist. Das ist ausdrücklich kein Messwert, sondern ein Hinweis zur weiteren Abklärung. Apple selbst rät in diesem Fall dazu, den Blutdruck über einen bestimmten Zeitraum mit einem klassischen, oberarmbasierten Blutdruckmessgerät zu kontrollieren und die Ergebnisse mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen.

Wichtig für die Einordnung:

  • Die Funktion liefert keine Zahlenwerte wie 120/80 mmHg, sondern ausschließlich eine Trendbenachrichtigung.
  • Sie ersetzt keine ärztliche Diagnose und ist nicht für Menschen gedacht, bei denen bereits Bluthochdruck festgestellt wurde oder die entsprechende Medikamente einnehmen.
  • Auch während einer Schwangerschaft ist die Funktion nicht vorgesehen – hier gilt grundsätzlich, sich an eine medizinische Fachperson zu wenden statt sich auf Wearable-Daten zu verlassen.
  • Ob die Funktion in der jeweiligen Region freigeschaltet ist, hängt von der dortigen Zulassung ab und lässt sich in der Health-App unter den Gesundheitsfunktionen prüfen.

Wer also die Apple Watch Ultra 3 kauft, um regelmäßig konkrete Blutdruckwerte abzulesen, wird mit dieser Erwartung nicht bedient. Die Uhr eignet sich eher als zusätzliches Frühwarnsystem im Alltag, das ergänzend zu regelmäßigen Kontrollen beim Arzt oder mit einem eigenen Messgerät genutzt werden kann.

Apple Watch Ultra 3 im Vergleich zu Ultra 2 und Ultra 1 bei der Blutdruckfunktion

Wer zwischen den Ultra-Generationen abwägt, sollte wissen: Der Unterschied liegt nicht im Design oder in der Wasserdichtigkeit, sondern im verbauten Chip und der damit verbundenen Softwareunterstützung. Die Hinweisfunktion zu möglichem Bluthochdruck wurde mit einer neueren Chip-Generation eingeführt und ist seither fester Bestandteil aktueller watchOS-Versionen.

Beim Blutdruck messen ist die Apple Watch Ultra 2 dieselbe Funktion wie bei der Ultra 3 verfügbar, da beide Modelle die notwendige Hardware-Generation mitbringen. Wer bereits eine Ultra 2 besitzt, muss also nicht allein wegen dieser Funktion auf die Ultra 3 umsteigen – hier entscheiden eher andere Neuerungen wie Display, Akkulaufzeit oder Konnektivität.

Anders sieht es bei der ersten Ultra-Generation aus. Beim Versuch, mit der Apple Watch Ultra 1 den Blutdruck im Sinne dieser Hinweisfunktion zu erfassen, bleibt das Ergebnis aus: Das Modell wurde vor Einführung der entsprechenden Chip-Generation veröffentlicht und erhält die Funktion auch über Software-Updates nicht nachträglich. Das ist ein Punkt, der beim Gebrauchtkauf oder beim Vergleich mit älteren Ultra-Modellen leicht übersehen wird, weil das äußere Erscheinungsbild kaum verändert wurde.

Für die Kaufentscheidung heißt das: Nicht die Bezeichnung „Ultra“ an sich entscheidet über die Verfügbarkeit dieser Gesundheitsfunktion, sondern die konkrete Modellgeneration. Wer gezielt auf diese Funktion Wert legt, sollte vor dem Kauf prüfen, ob das jeweilige Modell zur unterstützten Generation gehört und ob die Funktion in der eigenen Region bereits freigeschaltet ist.

Apple Watch Series 8: Warum hier keine Blutdruckfunktion verfügbar ist

Auch bei der Apple Watch Series 8 stellt sich die Frage nach einer Blutdruckmessung häufig – etwa bei einem Umstieg von einem älteren Modell oder beim Vergleich mit der teureren Ultra-Reihe. Die Antwort fällt hier eindeutig aus: Die Funktion zur Erkennung möglicher Anzeichen von Bluthochdruck steht auf der Series 8 nicht zur Verfügung, unabhängig davon, wie aktuell das installierte watchOS ist.

Der Grund liegt wieder im Prozessor. Die Series 8 wurde vor der Chip-Generation eingeführt, die für die notwendige Verarbeitung der Pulswellendaten vorausgesetzt wird. Ein Software-Update kann diese Einschränkung nicht aufheben, da es sich nicht um eine reine Programmierfrage handelt, sondern um Rechenleistung und Sensorverarbeitung, die an die Hardware gekoppelt sind.

Die Series 8 misst weiterhin zuverlässig Herzfrequenz, Blutsauerstoffsättigung und kann ein Elektrokardiogramm (EKG) aufzeichnen, sofern diese Funktion in der jeweiligen Region verfügbar ist. Diese Werte sind wertvoll für ein allgemeines Gesundheitsbild, sagen aber nichts über den Blutdruck aus und sollten nicht als Ersatz dafür verstanden werden.

Für alle, die eine gebrauchte oder ältere Apple Watch besitzen und speziell wegen der Blutdruck-Hinweisfunktion aufrüsten möchten, führt daher kein Weg an einem neueren Modell wie der Ultra 2, der Ultra 3 oder vergleichbaren aktuellen Series-Modellen vorbei. Ein reines Software-Update der Series 8 reicht dafür nicht aus.

Samsung Galaxy Watch Ultra als Alternative: Blutdruckmessung mit Kalibrierung

Samsung verfolgt bei der Blutdruckmessung einen anderen technischen Ansatz als Apple. Über die App Samsung Health Monitor lässt sich die Uhr mit einem herkömmlichen, oberarmbasierten Blutdruckmessgerät kalibrieren. Dabei wird der mit der Manschette gemessene Wert in die App eingetragen, damit die Uhr ihre optischen Sensordaten künftig darauf abstimmen kann.

Nach dieser Kalibrierung zeigt die Samsung Watch Ultra beim Blutdruck messen tatsächlich geschätzte Zahlenwerte an, ähnlich dem Aufbau systolisch/diastolisch, wie man es von klassischen Messgeräten kennt. Das unterscheidet sich deutlich vom Ansatz der Apple Watch, die bewusst auf konkrete Zahlenwerte verzichtet und nur eine allgemeine Hinweisbenachrichtigung ausgibt.

Allerdings bringt dieser Ansatz eigene Einschränkungen mit sich:

  • Die Genauigkeit der geschätzten Werte hängt maßgeblich davon ab, wie regelmäßig neu kalibriert wird – ohne wiederholte Kalibrierung mit der Manschette verlieren die Schätzwerte mit der Zeit an Verlässlichkeit.
  • Die Funktion ist nicht in allen Ländern verfügbar. In der Europäischen Union und einigen anderen Märkten fehlt bislang die entsprechende Zulassung, weshalb die Blutdruckfunktion dort in der Samsung-Health-Monitor-App nicht nutzbar ist. Vor dem Kauf lohnt sich daher ein Blick in die aktuelle Verfügbarkeit im eigenen Land.
  • Die Nutzung setzt ein gekoppeltes Samsung-Smartphone voraus; mit einem iPhone lässt sich diese Funktion nicht verwenden.

Wer also gezielt nach einer Smartwatch sucht, die geschätzte Blutdruckwerte in Zahlenform liefert, findet bei der Samsung Galaxy Watch Ultra grundsätzlich einen passenderen Ansatz als bei Apple – vorausgesetzt, Wohnort und Gerätekombination passen, und man ist bereit, die Kalibrierung regelmäßig mit einem separaten Messgerät durchzuführen.

Welches Modell passt zu welchem Bedarf?

Die Entscheidung zwischen den Modellen hängt weniger von Marke oder Design ab als von der Frage, was man von der Blutdruckfunktion tatsächlich erwartet. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:

ModellArt der FunktionBesonderheit
Apple Watch Ultra 3Hinweisbenachrichtigung, keine ZahlenwerteRegionale Freischaltung erforderlich
Apple Watch Ultra 2Hinweisbenachrichtigung, keine ZahlenwerteGleiche Funktion wie Ultra 3
Apple Watch Ultra 1Nicht verfügbarChip-Generation unterstützt Funktion nicht
Apple Watch Series 8Nicht verfügbarVor Einführung der Funktion veröffentlicht
Samsung Galaxy Watch UltraGeschätzte Zahlenwerte nach KalibrierungNur mit Android/Samsung-Phone, regional eingeschränkt

Für Menschen, die bereits in der Apple-Welt zu Hause sind und ein zusätzliches, unaufdringliches Frühwarnsystem für mögliche Blutdruckveränderungen wünschen, ist die Ultra 3 eine sinnvolle Wahl – solange klar ist, dass es sich um Hinweise, nicht um Messwerte handelt. Wer bereits eine Ultra 2 besitzt, gewinnt in diesem Punkt durch ein Upgrade nichts hinzu.

Besitzerinnen und Besitzer einer Ultra 1 oder Series 8, denen diese Funktion wichtig ist, kommen um den Umstieg auf ein neueres Modell nicht herum, da ein Software-Update die fehlende Hardware nicht ersetzt. Wer dagegen konkrete Zahlenwerte möchte, ein Android-Smartphone nutzt und in einem Land mit entsprechender Zulassung lebt, findet in der Samsung Galaxy Watch Ultra die passendere Option – vorausgesetzt, die regelmäßige Kalibrierung wird auch tatsächlich durchgeführt.

Menschen mit bereits diagnostiziertem Bluthochdruck, mit Blutdruckmedikation, in der Schwangerschaft oder mit anderen relevanten Vorerkrankungen sollten sich in jedem Fall auf ärztlich empfohlene, medizinisch validierte Messgeräte verlassen und ihre individuelle Situation mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen, statt sich allein auf die Einschätzung einer Smartwatch zu stützen.

Fazit

Die Apple Watch Ultra 3 kann den Blutdruck nicht im klassischen Sinn messen, sondern liefert bestenfalls einen Hinweis auf mögliche längerfristige Veränderungen, die ärztlich abgeklärt werden sollten. Diese Funktion teilt sie sich mit der Ultra 2, während die Ultra 1 und die Series 8 aus Hardware-Gründen ganz ohne sie auskommen müssen. Wer echte, wenn auch geschätzte Zahlenwerte bevorzugt, findet in der Samsung Galaxy Watch Ultra einen anderen technischen Weg – mit dem Preis regelmäßiger Kalibrierung und eingeschränkter regionaler Verfügbarkeit. In jedem Fall bleibt ein geprüftes, oberarmbasiertes Blutdruckmessgerät gemeinsam mit ärztlichem Rat die zuverlässige Grundlage, wenn es um tatsächliche Blutdruckwerte geht.

Zurück zu Blutdruck