Wer sich fragt, was hilft bei Erkältung, bekommt meist die gleiche Antwort: einfache, altbewährte Hausmittel, die dem Körper Zeit und die richtigen Bedingungen geben, sich selbst zu regenerieren. Eine Erkältung ist eine meist harmlose Virusinfektion der oberen Atemwege, die von selbst abklingt – Hausmittel lindern dabei vor allem die Beschwerden, sie beschleunigen die Heilung nicht im medizinischen Sinne. Im Folgenden geht es konkret darum, welche Maßnahmen sich in welcher Phase der Erkältung bewährt haben und worauf es dabei ankommt.
Was hilft gut bei den ersten Anzeichen einer Erkältung?
Kratzt der Hals, läuft die Nase oder fühlt man sich plötzlich abgeschlagen, beginnt für viele die Phase, in der sie am ehesten fragen: was hilft gegen eine Erkältung, bevor sie richtig ausbricht. In diesem frühen Stadium hat sich vor allem eines bewährt: dem Körper Ruhe zu gönnen und die Schleimhäute feucht zu halten.
Folgende Maßnahmen werden in diesem Stadium häufig eingesetzt:
- Nasenspülungen mit isotonischer Kochsalzlösung befeuchten die gereizte Nasenschleimhaut und können das Sekret verflüssigen, sodass es leichter abfließt.
- Inhalieren mit heißem Wasserdampf, etwa über einer Schüssel mit einem Handtuch über dem Kopf, wird von vielen als angenehm empfunden, weil die feuchte, warme Luft die Atemwege beruhigt.
- Ausreichend trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Kräutertee, hilft dem Körper, Schleim zu lösen und den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen.
- Frische Luft und ein feuchtes Raumklima wirken der Austrocknung der Schleimhäute entgegen, besonders in beheizten Innenräumen im Winter.
Manche schwören zusätzlich auf Lebensmittel mit Vitamin C, etwa Zitrusfrüchte oder Paprika, oder auf zinkhaltige Lutschtabletten. Ob solche Mittel den Verlauf einer bereits bestehenden Erkältung tatsächlich verkürzen, lässt sich pauschal nicht sagen – wer regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchte, sollte das insbesondere bei bestehenden Erkrankungen oder in der Schwangerschaft vorher mit einer Ärztin oder einem Apotheker besprechen.
Was hilft gegen Halsschmerzen und Husten?
Sobald sich die Erkältung im Hals oder in den Bronchien bemerkbar macht, verschiebt sich die Frage, was hilft gegen Erkältung, oft auf die konkrete Linderung von Halsschmerzen und Husten. Auch hier setzen viele Menschen zunächst auf einfache, gut verträgliche Mittel.
- Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser kann die gereizte Rachenschleimhaut beruhigen und wird traditionell mehrmals täglich angewendet.
- Warme Getränke mit Honig, etwa Tee mit Zitrone, werden häufig als wohltuend bei Halsschmerzen beschrieben. Wichtig: Honig ist für Säuglinge unter einem Jahr ungeeignet und sollte bei ihnen nicht gegeben werden.
- Halswickel, warm oder kalt angelegt, je nach persönlichem Empfinden, werden von manchen als angenehm bei Halsschmerzen erlebt.
- Lutschtabletten oder -bonbons regen den Speichelfluss an und können ein trockenes Kratzen im Hals lindern.
Bei Husten unterscheidet man häufig zwischen trockenem Reizhusten und Husten mit Schleimbildung. Bei einem quälenden Reizhusten kann ausreichende Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer helfen, nachts ruhiger zu schlafen. Bei festsitzendem Husten mit Schleim werden traditionell Kräutertees mit Thymian oder Spitzwegerich genutzt, die als schleimlösend gelten. Wer zusätzlich zu solchen Hausmitteln rezeptfreie Hustenpräparate aus der Apotheke in Betracht zieht, sollte sich dort zur passenden Anwendung und zu möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beraten lassen.
Wärme, Ruhe und Flüssigkeit: Was der Körper jetzt braucht
Neben gezielten Maßnahmen gegen einzelne Symptome spielt bei der Frage, was hilft alles bei Erkältung, ein grundlegender Faktor eine zentrale Rolle: dem Körper Erholung zu ermöglichen. Eine Erkältung ist eine Abwehrreaktion des Immunsystems, und dieses arbeitet unter Ruhebedingungen in der Regel effizienter.
Dazu gehört in erster Linie ausreichend Schlaf. Wer sich während einer Erkältung schont, statt sich zu Sport oder anstrengender Arbeit zu zwingen, unterstützt den Körper dabei, seine Energie auf die Immunabwehr zu richten. Das bedeutet nicht zwangsläufig strenge Bettruhe für jede leichte Erkältung, wohl aber, körperliche Anstrengung deutlich zu reduzieren, solange Fieber oder starke Abgeschlagenheit bestehen.
Ein zweiter wichtiger Baustein ist die Flüssigkeitszufuhr. Bei Fieber, aber auch durch häufiges Naseputzen und vermehrtes Schwitzen, verliert der Körper mehr Flüssigkeit als sonst. Wasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees und klare Brühen gleichen diesen Verlust aus und halten die Schleimhäute funktionsfähig. Alkohol und stark koffeinhaltige Getränke eignen sich in dieser Phase weniger gut, da sie dem Körper eher Flüssigkeit entziehen.
Auch das Raumklima verdient Aufmerksamkeit: Zu trockene, überheizte Luft reizt die ohnehin angegriffenen Schleimhäute zusätzlich. Regelmäßiges Lüften und gegebenenfalls ein Luftbefeuchter können das Wohlbefinden spürbar verbessern. Wer zusätzlich auf leichte, warme Mahlzeiten wie Suppen setzt, tut sich oft leichter, da der Körper während einer Infektion in der Regel schwerer verdauliche, fette Kost weniger gut verträgt.
Wann reichen Hausmittel nicht mehr aus?
Bei der Suche nach Antworten auf die Frage, was hilft erkältung am effektivsten zu überstehen, ist es ebenso wichtig zu wissen, wo die Grenzen von Hausmitteln liegen. Eine unkomplizierte Erkältung klingt in der Regel innerhalb von rund einer bis zwei Wochen von selbst ab. Hausmittel lindern in dieser Zeit Beschwerden, sie ersetzen aber keine medizinische Abklärung, wenn sich der Zustand verschlechtert oder ungewöhnlich verläuft.
Folgende Anzeichen sprechen dafür, ärztlichen Rat einzuholen, statt allein auf Hausmittel zu setzen:
- Hohes Fieber, das mehrere Tage anhält oder immer wiederkehrt.
- Starke Schmerzen, etwa im Brustkorb, in den Ohren oder in den Nasennebenhöhlen.
- Atembeschwerden oder ein Gefühl von Luftnot.
- Symptome, die sich nach anfänglicher Besserung deutlich verschlechtern.
- Beschwerden, die deutlich länger als zwei Wochen anhalten.
Besondere Vorsicht ist außerdem bei bestimmten Personengruppen geboten: Säuglinge und Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem sollten bei Erkältungssymptomen frühzeitig eine Ärztin oder einen Arzt kontaktieren, statt ausschließlich auf Hausmittel zu vertrauen. Das gilt auch, wenn regelmäßig Medikamente eingenommen werden, da manche pflanzlichen Mittel oder Nahrungsergänzungen mit diesen wechselwirken können. Eine individuelle Einschätzung durch medizinisches Fachpersonal ist in all diesen Fällen sinnvoller als eine allgemeine Empfehlung.
Fazit
Wer wissen möchte, was bei einer Erkältung wirklich hilft, findet die zuverlässigsten Antworten in einfachen, gut erprobten Maßnahmen: ausreichend Flüssigkeit, Wärme, Ruhe und gezielte Linderung einzelner Symptome wie Halsschmerzen, verstopfter Nase oder Husten. Diese Hausmittel ersetzen keine ärztliche Behandlung, unterstützen den Körper aber dabei, die Erkältung in der Regel gut und ohne Komplikationen zu überstehen. Wer sich unsicher ist oder zu einer Risikogruppe gehört, sollte im Zweifel frühzeitig ärztlichen Rat einholen.
Lesen Sie auch: