Vitamin-D-Mangel

Vitamin-D-Mangel und Haarausfall

Haarausfall bei Vitamin-D-Mangel ist keine Seltenheit: Erfahren Sie, wie der Zusammenhang funktioniert und was Betroffene jetzt tun können.

Vitamin-D-Mangel und Haarausfall

Haarausfall bei Vitamin-D-Mangel entsteht, weil das fettlösliche Vitamin D an der Steuerung des Haarwachstumszyklus beteiligt ist: Fehlt es über längere Zeit, können Haarwurzeln vorzeitig in eine Ruhephase wechseln, wodurch spürbar mehr Haare ausfallen. Vitamin D spielt auch für die Haut eine wichtige Rolle, doch dieser Text konzentriert sich gezielt auf den Zusammenhang mit Haarausfall. Im Folgenden erfahren Sie, wie der Mechanismus funktioniert, woran man ihn erkennt und welche Schritte bei einem Verdacht sinnvoll sind.

Wie hängen Vitamin D und Haarwachstum zusammen?

Vitamin D wird häufig nur mit Knochen in Verbindung gebracht, doch es wirkt im Körper an deutlich mehr Stellen. In der Haut befinden sich sogenannte Vitamin-D-Rezeptoren, also Andockstellen, über die das Vitamin auf Zellen einwirkt – auch in den Haarfollikeln, den kleinen Strukturen, aus denen die Haare wachsen. Diese Rezeptoren sind daran beteiligt, den natürlichen Wachstumszyklus jedes einzelnen Haares zu steuern.

Ein Haar durchläuft normalerweise mehrere Phasen: eine Wachstumsphase (Anagenphase), eine kurze Übergangsphase und eine Ruhephase (Telogenphase), an deren Ende das Haar ausfällt und ein neues nachwächst. Fachleute gehen davon aus, dass ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel dazu beiträgt, dass Haarfollikel möglichst lange in der Wachstumsphase bleiben und neue Haarzyklen geordnet starten. Ist der Spiegel dauerhaft niedrig, kann dieser Ablauf gestört sein, sodass mehr Follikel gleichzeitig in die Ruhephase wechseln.

Der Körper bildet Vitamin D größtenteils selbst, wenn die Haut Sonnenlicht ausgesetzt ist. Ein kleinerer Teil kommt über bestimmte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel hinzu. Wer sich wenig im Freien aufhält, ganzjährig konsequent Sonnenschutz verwendet, dunklere Haut hat oder in nördlichen Breiten mit wenig Wintersonne lebt, hat ein höheres Risiko für niedrige Werte. Auch bestimmte Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts oder der Nieren können die Aufnahme beziehungsweise Verwertung von Vitamin D beeinträchtigen.

Wichtig ist: Vitamin D ist nur einer von mehreren Faktoren, die das Haarwachstum beeinflussen. Auch Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Stress, hormonelle Veränderungen oder eine erblich bedingte Veranlagung können Haarausfall auslösen. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel kann also eine Rolle spielen, ist aber selten die alleinige Erklärung.

Woran erkennt man Haarausfall bei Vitamin-D-Mangel?

Haarausfall durch Vitamin-D-Mangel zeigt sich in der Regel nicht als kreisrunde kahle Stelle, sondern als diffuses, also gleichmäßig über den gesamten Kopf verteiltes Dünnerwerden der Haare. Betroffene bemerken oft zuerst, dass beim Kämmen oder Waschen mehr Haare als gewöhnlich in der Bürste oder im Abfluss liegen, ohne dass sich das Haar an einer bestimmten Stelle sichtbar lichtet.

Typische Beobachtungen, die auf diese Ursache hindeuten können, sind:

  • Ein allmählicher, über Wochen bis Monate zunehmender Haarausfall statt eines plötzlichen, massiven Schubs.
  • Eine gleichmäßige Ausdünnung über die gesamte Kopfhaut, nicht nur am Scheitel oder an den Schläfen.
  • Begleitende Anzeichen wie Müdigkeit, Muskelschwäche oder Knochen- und Gelenkbeschwerden, die ebenfalls mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel zusammenhängen können.
  • Ein zeitlicher Zusammenhang mit Jahreszeiten, etwa eine Verschlechterung nach einem Winter mit wenig Sonnenlicht.

Diese Anzeichen sind jedoch nicht eindeutig, denn ein diffuser Haarausfall kann ebenso durch andere Mangelzustände, etwa einen niedrigen Eisen- oder Zinkspiegel, durch eine Schilddrüsenunterfunktion oder durch starken psychischen oder körperlichen Stress ausgelöst werden. Auch nach Infektionen, Operationen oder bei bestimmten Medikamenten kann sich das Haarwachstum vorübergehend verändern. Aus dem äußeren Erscheinungsbild allein lässt sich deshalb nicht sicher ableiten, ob tatsächlich ein Vitamin-D-Mangel dahintersteckt.

Ein weiterer Hinweis kann sein, wenn Haarausfall gemeinsam mit anderen, für einen Mangel typischen Beschwerden auftritt. Wer neben dünner werdendem Haar auch häufiger erschöpft ist, unter Muskel- oder Knochenschmerzen leidet oder in der kalten Jahreszeit generell schlapper wirkt, sollte diese Kombination bei einem Arztbesuch ansprechen. Nur eine Blutuntersuchung kann klären, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt und wie ausgeprägt er ist.

Hautprobleme bei Vitamin-D-Mangel als zusätzliches Warnzeichen

Da Vitamin D nicht nur auf Haarfollikel, sondern auch auf die oberste Hautschicht wirkt, treten Hautprobleme bei Vitamin-D-Mangel häufig gemeinsam mit Veränderungen am Haar auf. Die Haut besteht unter anderem aus Keratinozyten, den hornbildenden Zellen, die Vitamin-D-Rezeptoren tragen und deren Reifung von einem ausreichenden Vitamin-D-Spiegel mitbeeinflusst wird.

Wenn dieser Prozess gestört ist, berichten Betroffene mitunter von:

  • trockener, schuppiger oder rauer Haut, die auch mit üblichen Pflegecremes nicht besser wird,
  • einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Reizen, etwa Rötungen oder Juckreiz,
  • langsamer heilenden kleinen Hautverletzungen,
  • brüchigen Nägeln, die parallel zum Haarausfall auffallen.

Solche Hautveränderungen sind für sich genommen unspezifisch und kommen bei vielen anderen Ursachen ebenso vor, etwa bei trockener Heizungsluft, häufigem Händewaschen oder altersbedingten Veränderungen der Hautbarriere. Als alleiniges Signal reichen sie deshalb nicht aus, um einen Vitamin-D-Mangel zu vermuten.

Bemerkenswert wird die Kombination erst dann, wenn Haarausfall und Hautveränderungen zeitgleich auftreten und sich beides schleichend über einen längeren Zeitraum verschlechtert. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, bei der ärztlichen Abklärung ausdrücklich zu erwähnen, dass sowohl das Haar als auch die Haut betroffen sind, da dies dem Arzt oder der Ärztin hilft, mögliche gemeinsame Ursachen wie einen Nährstoffmangel gezielter zu untersuchen. Menschen mit chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen, mit eingeschränkter Sonnenexposition aus medizinischen Gründen oder mit bestimmten Vorerkrankungen sollten solche Veränderungen grundsätzlich fachärztlich abklären lassen, statt sie auf eigene Faust einer einzelnen Ursache zuzuschreiben.

Was tun bei Verdacht auf Haarausfall durch Vitamin-D-Mangel?

Der erste und wichtigste Schritt bei einem Verdacht auf Haarausfall durch Vitamin-D-Mangel ist eine ärztliche Abklärung. Nur eine Blutuntersuchung, bei der in der Regel der Wert von 25-Hydroxyvitamin-D (kurz 25-OH-Vitamin-D) gemessen wird, kann verlässlich zeigen, ob überhaupt ein Mangel vorliegt und wie ausgeprägt er ist. Ohne diese Untersuchung lässt sich Haarausfall nicht zuverlässig auf einen Vitamin-D-Mangel zurückführen, da – wie oben beschrieben – viele andere Ursachen ganz ähnliche Beschwerden verursachen können.

Ärztinnen und Ärzte fragen bei einem entsprechenden Verdacht meist auch nach weiteren Symptomen, nach der Ernährung, nach Vorerkrankungen und nach eingenommenen Medikamenten, da manche Wirkstoffe die Vitamin-D-Verwertung beeinflussen können. Häufig wird zusätzlich auf andere mögliche Ursachen des Haarausfalls untersucht, etwa auf Eisen- oder Schilddrüsenwerte, um ein vollständigeres Bild zu erhalten.

Bestätigt sich ein Mangel, legt die behandelnde Fachperson fest, ob und in welcher Form eine Zufuhr über Nahrungsergänzung sinnvoll ist, und in welcher Höhe und Dauer. Von einer eigenständigen, unkontrollierten Einnahme hochdosierter Präparate wird abgeraten, da Vitamin D fettlöslich ist und sich im Körper anreichern kann – eine zu hohe Zufuhr kann eigene gesundheitliche Probleme verursachen. Besonders wichtig ist die individuelle ärztliche Abstimmung bei:

  • Schwangerschaft und Stillzeit,
  • Kindern und Jugendlichen,
  • Nieren- oder Lebererkrankungen,
  • der gleichzeitigen Einnahme anderer Medikamente,
  • bereits bekannten Kalziumstoffwechselstörungen.

Wird ein Mangel unter ärztlicher Begleitung ausgeglichen, ist Geduld gefragt: Der Haarwachstumszyklus ist träge, sodass sichtbare Verbesserungen – wenn der Mangel tatsächlich mitursächlich war – häufig erst nach mehreren Monaten eintreten. Eine Garantie, dass sich Haarausfall dadurch vollständig zurückbildet, gibt es nicht, da meist mehrere Faktoren zusammenwirken. Wer zusätzlich auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Eisen und Zink achtet und starken, dauerhaften Stress reduziert, unterstützt das Haarwachstum zusätzlich auf allgemeine, unspezifische Weise.

Fazit

Ein Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Haarausfall ist biologisch nachvollziehbar, weil Vitamin D am Wachstumszyklus der Haarfollikel beteiligt ist. Typisch ist ein allmähliches, gleichmäßiges Dünnerwerden der Haare, oft begleitet von Müdigkeit oder Hautveränderungen. Da diese Anzeichen auch bei vielen anderen Ursachen auftreten, bringt nur eine ärztliche Untersuchung mit Bluttest Klarheit – und nur eine fachlich begleitete, auf die individuelle Situation abgestimmte Behandlung ist der sichere Weg, einem tatsächlichen Mangel entgegenzuwirken.

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