Blutdruck

Im Liegen Blutdruck messen: Anleitung

Im Liegen Blutdruck messen: Anleitung zu richtiger Position, Handgelenk-Geräten und typischen Fehlerquellen für zuverlässige Werte.

Im Liegen Blutdruck messen: Anleitung

Im Liegen Blutdruck messen bedeutet, den Blutdruck in horizontaler Körperhaltung zu erfassen, statt wie meist üblich im Sitzen. Diese Messmethode kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn eine Person nicht aufrecht sitzen kann oder wenn ein Vergleich der Werte in unterschiedlichen Positionen sinnvoll ist. Der folgende Text erklärt, wie eine Messung im Liegen richtig abläuft, worauf dabei zu achten ist und wann sie überhaupt empfohlen wird.

Warum die Körperposition beim Blutdruckmessen eine Rolle spielt

Der Blutdruck ist kein starrer Wert, sondern verändert sich ständig – abhängig von Tageszeit, Bewegung, Stress und eben auch von der Körperhaltung. Beim Stehen muss das Herz gegen die Schwerkraft arbeiten, um Blut in den oberen Körper zu pumpen, während beim Liegen diese Schwerkraftwirkung weitgehend entfällt. Das kann sich auf die gemessenen Werte auswirken, auch wenn der Effekt bei gesunden Menschen meist gering ist.

Fachleute empfehlen deshalb, sich vor jeder Messung zu fragen, in welcher Position der Blutdruck gemessen werden soll und diese Position dann konsequent beizubehalten. Standardmäßig wird in den meisten Leitlinien das Sitzen mit entspannt aufgelegtem Arm empfohlen, weil dies die am besten untersuchte und am einfachsten reproduzierbare Haltung ist. Liegende oder stehende Messungen werden meist zusätzlich durchgeführt, wenn ein konkreter Grund dafür vorliegt.

Wichtig ist vor allem eines: Werte aus unterschiedlichen Positionen sollten nicht unreflektiert miteinander verglichen werden. Wer heute im Sitzen und morgen im Liegen misst, kann Unterschiede beobachten, die nicht auf eine tatsächliche Veränderung des Gesundheitszustands zurückgehen, sondern schlicht auf die andere Haltung. Für eine verlässliche Verlaufskontrolle ist es daher sinnvoll, immer in derselben Position, zur ähnlichen Tageszeit und unter vergleichbaren Bedingungen zu messen.

Blutdruck im Liegen messen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Eine Messung im Liegen folgt im Grundsatz denselben Regeln wie eine Messung im Sitzen, nur dass sich die Körperhaltung ändert. Die folgenden Schritte helfen, möglichst genaue und vergleichbare Werte zu erhalten:

  • Mindestens fünf Minuten ruhig und entspannt auf dem Rücken liegen, bevor gemessen wird.
  • Vor der Blase entleeren, nicht sprechen und die Beine nicht überkreuzen.
  • Den Arm, an dem gemessen wird, leicht angewinkelt neben den Körper legen, sodass sich die Manschette auf Herzhöhe befindet.
  • Bei Bedarf ein flaches Kissen unter den Oberarm legen, damit dieser nicht tiefer als das Herz liegt.
  • Die Blutdruckmanschette passgenau, aber nicht zu straff um den nackten Oberarm anlegen.
  • Während der Messung ruhig atmen und nicht bewegen, bis das Gerät ein Ergebnis anzeigt.
  • Die Messung nach ein bis zwei Minuten wiederholen und beide Werte notieren.

Ein häufiger Stolperstein ist die Höhe des Arms relativ zum Herzen. Liegt der Arm höher oder tiefer als das Herz, kann das den gemessenen Wert verfälschen – nach oben oder nach unten, je nach Höhenunterschied. Deshalb lohnt es sich, vor der Messung kurz zu prüfen, ob Manschette und Herz auf einer Linie liegen.

Auch die Raumtemperatur spielt eine Rolle: In einem kalten Zimmer ziehen sich Blutgefäße zusammen, was die Werte leicht erhöhen kann. Ein ruhiger, angenehm temperierter Raum ohne Ablenkung ist daher die beste Umgebung für eine Messung, unabhängig davon, ob sie im Liegen oder im Sitzen erfolgt.

Ist der Blutdruck im Liegen niedriger als im Sitzen?

Viele Menschen fragen sich, ob eine Messung im Liegen niedrigere Werte liefert als im Sitzen. Eine pauschale Antwort gibt es hier nicht, da der Unterschied von Person zu Person variieren kann und meist eher gering ausfällt. Entscheidender als die reine Frage „liegend oder sitzend“ ist in der Praxis oft die korrekte Höhe des Arms relativ zum Herzen sowie eine ausreichende Ruhephase vor der Messung.

Bei manchen Menschen zeigt sich, dass der Blutdruck im Liegen tatsächlich etwas niedriger ausfällt, weil der Körper insgesamt entspannter ist und das Herz weniger Arbeit gegen die Schwerkraft leisten muss. Bei anderen bleibt der Unterschied kaum messbar oder fällt sogar umgekehrt aus. Wer eine deutliche und wiederholte Abweichung zwischen den Positionen bemerkt, sollte dies mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen, da dahinter auch Kreislaufregulationsstörungen stecken können.

Für den Alltag ist die praktische Konsequenz wichtiger als die genaue Erklärung: Wer seinen Blutdruck über Wochen oder Monate verfolgen möchte, sollte sich für eine Position entscheiden – meist die sitzende, da sie am besten untersucht ist – und diese beibehalten. Nur so lassen sich echte Veränderungen von reinen Positionseffekten unterscheiden.

Blutdruck im Liegen messen am Handgelenk: Was zu beachten ist

Handgelenk-Blutdruckmessgeräte sind kompakt, leicht zu bedienen und daher beliebt. Beim Liegen bringt diese Messmethode allerdings eine zusätzliche Herausforderung mit sich: Das Handgelenk muss sich während der Messung exakt auf Herzhöhe befinden, was in liegender Position deutlich schwerer einzuhalten ist als im Sitzen an einem Tisch.

Wer den Blutdruck im Liegen am Handgelenk messen möchte, sollte das Handgelenk mit einem Kissen so unterstützen, dass es sich auf gleicher Höhe wie das Herz befindet, während der Arm gleichzeitig ruhig und entspannt liegt. Das gelingt in der Praxis oft schwerer als gedacht, weil sich die natürliche Liegeposition des Arms selten genau auf Herzhöhe einpendelt. Kleine Abweichungen von wenigen Zentimetern können den angezeigten Wert bereits spürbar verändern.

Aus diesem Grund gilt für liegende Messungen häufig die Empfehlung, ein Oberarmgerät zu bevorzugen. Oberarmmanschetten liegen näher an den großen Arterien und die Armposition lässt sich im Liegen zuverlässiger auf Herzhöhe bringen. Wer dennoch ein Handgelenkgerät nutzt, etwa weil es das einzige verfügbare Gerät ist, sollte besonders sorgfältig auf die Lagerung des Arms achten und im Zweifel die Messung mehrfach wiederholen, um Ausreißerwerte zu erkennen.

Wann eine Messung im Liegen sinnvoll ist

Eine Blutdruckmessung im Liegen ist nicht für jeden Alltag notwendig, hat aber in bestimmten Situationen einen klaren Sinn. Dazu gehören unter anderem:

  • Menschen, die bettlägerig sind oder sich aus gesundheitlichen Gründen nicht längere Zeit aufrecht halten können.
  • Situationen, in denen Ärztinnen oder Ärzte den Blutdruck in mehreren Positionen vergleichen möchten, etwa im Liegen und anschließend im Stehen, um die Kreislaufreaktion beim Aufstehen zu beurteilen.
  • Ältere Menschen, bei denen ein Verdacht auf einen starken Blutdruckabfall beim Positionswechsel besteht.
  • Die Überwachung nach bestimmten medizinischen Eingriffen, wenn liegende Messung zur Routine der Nachsorge gehört.

Auch während einer Schwangerschaft wird der Blutdruck manchmal in unterschiedlichen Positionen erfasst, da sich Kreislauf und Gefäßsystem in dieser Zeit verändern. Welche Position dabei jeweils angemessen ist und wie oft gemessen werden sollte, hängt von individuellen Faktoren ab und sollte mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Grundsätzlich gilt: Wer aus einem konkreten medizinischen Grund im Liegen messen soll, erhält diese Anweisung in der Regel von einer Fachperson, die auch erklärt, wie die Werte einzuordnen sind. Für die reine Selbstkontrolle zu Hause reicht bei den meisten gesunden Erwachsenen die sitzende Messung völlig aus.

Häufige Fehler bei der Blutdruckmessung vermeiden

Unabhängig von der Position schleichen sich beim Blutdruckmessen häufig kleine, aber folgenreiche Fehler ein. Die folgenden Punkte gehören zu den häufigsten Fehlerquellen:

  • Eine zu kleine oder zu große Manschette, die nicht zum Armumfang passt.
  • Messung direkt nach körperlicher Anstrengung, Kaffee, Alkohol oder dem Rauchen.
  • Sprechen oder Bewegen während der Messung.
  • Eine volle Blase, die den Wert nachweislich erhöhen kann.
  • Ein zu kurzer Ruhezeitraum vor Beginn der Messung.
  • Falsche Armhöhe im Verhältnis zum Herzen, egal ob im Sitzen, Stehen oder Liegen.
  • Nur eine einzelne Messung statt mehrerer Wiederholungen im Abstand von ein bis zwei Minuten.

Wer diese Punkte beachtet, erhält deutlich zuverlässigere Werte – und das unabhängig davon, ob am Oberarm oder am Handgelenk, im Sitzen oder im Liegen gemessen wird. Bei anhaltend auffälligen oder stark schwankenden Werten ist es sinnvoll, dies mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen, anstatt die Ergebnisse selbst zu interpretieren.

Wo am besten Blutdruck messen: zu Hause, in der Praxis oder Apotheke?

Wo am besten Blutdruck gemessen wird, hängt vom Zweck der Messung ab. Für die regelmäßige Selbstkontrolle im Alltag eignet sich ein eigenes, validiertes Oberarmgerät zu Hause, da hier stets unter denselben, vertrauten Bedingungen gemessen werden kann. Wichtig ist dabei, das Gerät von Zeit zu Zeit auf seine Genauigkeit prüfen zu lassen.

Wer sich fragt, wo er den Blutdruck professionell messen lassen kann, hat mehrere Möglichkeiten: In hausärztlichen Praxen gehört die Blutdruckmessung zur Routineuntersuchung, viele Apotheken bieten kostenlose oder kostengünstige Messungen an, und auch manche Gesundheitsämter oder Präventionsangebote stellen entsprechende Geräte zur Verfügung. Diese professionellen Messungen sind besonders hilfreich, um die eigene Technik und das eigene Gerät zu überprüfen.

Ein Vorteil der Messung in einer Praxis oder Apotheke ist, dass geschultes Personal auf korrekte Sitzhaltung, Manschettengröße und Ruhephase achtet. Ein möglicher Nachteil ist der sogenannte Praxis- oder Weißkitteleffekt: Manche Menschen zeigen in medizinischer Umgebung durch Aufregung leicht erhöhte Werte, die zu Hause in entspannter Atmosphäre nicht auftreten. Deshalb ergänzen sich Messungen zu Hause und in der Praxis gut, statt sich gegenseitig zu ersetzen.

Für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen häufiger liegend gemessen werden müssen, ist es sinnvoll, sich einmal von medizinischem Fachpersonal die korrekte Technik zeigen zu lassen, bevor die Messung selbstständig zu Hause durchgeführt wird.

Blutdruckwerte richtig einordnen

Blutdruckwerte werden als zwei Zahlen angegeben: der systolische Wert (oberer Wert, Druck während der Herzkontraktion) und der diastolische Wert (unterer Wert, Druck während der Entspannungsphase des Herzens). Beide werden in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen. Die folgende Tabelle zeigt eine gängige, grobe Einteilung, wie sie in der allgemeinen Gesundheitsaufklärung häufig verwendet wird:

KategorieSystolisch (mmHg)Diastolisch (mmHg)
Optimalunter 120unter 80
Normal120–12980–84
Hoch-normal130–13985–89
Erhöht (Hypertonie)ab 140ab 90

Diese Einteilung dient nur der groben Orientierung und ersetzt keine individuelle ärztliche Bewertung. Einzelne erhöhte Werte sind kein Grund zur Beunruhigung, da der Blutdruck normalerweise schwankt. Wiederholt erhöhte oder auffällig niedrige Werte – egal ob im Liegen oder im Sitzen gemessen – sollten jedoch immer mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden, da nur eine Fachperson die Werte im Zusammenhang mit persönlichen Faktoren wie Alter, Vorerkrankungen oder Medikamenten richtig einordnen kann.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Blutdruck im Liegen anders als im Sitzen?

Der Blutdruck kann sich zwischen Liegen und Sitzen geringfügig unterscheiden, wobei die Richtung und Größe des Unterschieds von Person zu Person variiert. Entscheidender als die Position allein ist meist, dass Arm und Herz auf gleicher Höhe liegen und ausreichend Ruhe vor der Messung eingehalten wird.

Welche Armposition ist beim Liegend-Messen richtig?

Der Arm sollte leicht angewinkelt neben dem Körper liegen, sodass sich die Manschette etwa auf Herzhöhe befindet. Bei Bedarf hilft ein flaches Kissen unter dem Oberarm, um diese Höhe zu erreichen.

Kann ich den Blutdruck im Liegen auch am Handgelenk messen?

Das ist grundsätzlich möglich, erfordert im Liegen aber besondere Sorgfalt, weil das Handgelenk exakt auf Herzhöhe positioniert werden muss. Da dies im Liegen schwerer einzuhalten ist als im Sitzen, wird für liegende Messungen häufig ein Oberarmgerät bevorzugt.

Wo kann ich meinen Blutdruck professionell messen lassen?

Möglichkeiten dafür bieten hausärztliche Praxen, viele Apotheken sowie teilweise Gesundheitsämter oder Präventionsangebote. Dort wird meist auch auf korrekte Sitzhaltung, Manschettengröße und Ruhephase geachtet.

Wie oft sollte man den Blutdruck im Liegen messen?

Wie häufig eine Messung im Liegen sinnvoll ist, hängt vom individuellen Grund dafür ab und sollte im Zweifel mit einer Ärztin oder einem Arzt abgestimmt werden. Für die allgemeine Selbstkontrolle im Alltag reicht bei den meisten gesunden Menschen eine sitzende Messung völlig aus.

Was tun bei stark abweichenden Werten im Liegen und Sitzen?

Deutliche und wiederholte Unterschiede zwischen liegender und sitzender Messung sollten mit medizinischem Fachpersonal besprochen werden, da sie auf eine Kreislaufregulationsstörung hindeuten können. Eine einzelne Abweichung ist dagegen meist kein Anlass zur Sorge, da der Blutdruck ohnehin natürlichen Schwankungen unterliegt.

Fazit

Im Liegen den Blutdruck zu messen kann in bestimmten Situationen sinnvoll und sogar notwendig sein, etwa bei bettlägerigen Personen oder bei gezielten medizinischen Fragestellungen. Für die tägliche Selbstkontrolle reicht bei den meisten Menschen die sitzende Messung, solange Armhöhe, Ruhephase und Manschettengröße stimmen. Wichtiger als die perfekte Position ist letztlich, konsequent unter denselben Bedingungen zu messen und bei auffälligen oder anhaltend abweichenden Werten ärztlichen Rat einzuholen.

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