Blutdruck

Blutdruck messen am Arm: Richtige Technik

Blutdruck messen am Arm gelingt nur mit passender Manschette, richtiger Armhaltung und der Wahl des passenden Messarms – die wichtigsten Regeln im Überblick.

Blutdruck messen am Arm: Richtige Technik

Beim Blutdruck messen am Arm entscheiden vor allem drei Dinge über zuverlässige Werte: ob am Oberarm oder Unterarm gemessen wird, welcher Arm dafür genutzt wird und wie die Manschette angelegt ist. Die grundlegenden Abläufe rund ums Blutdruckmessen sind an anderer Stelle ausführlich beschrieben; hier geht es konkret darum, wie die Messung am Arm im Detail gelingt.

Oberarm oder Unterarm: Wo lässt sich der Blutdruck genauer messen?

Die Messung am Oberarm gilt als die zuverlässigste Methode für die Selbstmessung zu Hause. Die Manschette wird dabei um den Oberarm gelegt, dort verläuft die Oberarmarterie relativ nah unter der Haut und ist gut erreichbar. Da der Oberarm während der Messung ruhig auf einer Unterlage liegen kann, wirken sich Bewegungen oder eine leicht falsche Haltung weniger stark auf das Ergebnis aus.

Geräte, die am Handgelenk beziehungsweise Unterarm messen, sind kleiner und praktischer für unterwegs. Die Arterie am Handgelenk ist jedoch dünner, und schon kleine Abweichungen in der Handhaltung können die Werte verfälschen. Wer am Unterarm misst, muss besonders genau darauf achten, dass sich das Handgelenk exakt auf Höhe des Herzens befindet – sonst entstehen leicht falsche Werte. Für Menschen, denen eine Oberarmmanschette aus körperlichen Gründen schwerfällt, kann die Unterarmmessung eine Alternative sein, sollte im Zweifel aber mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.

Blutdruck messen: an welchem Arm sollte gemessen werden?

Bei der ersten Messung ist es sinnvoll, beide Arme nacheinander zu testen, da sich die Werte zwischen linkem und rechtem Arm leicht unterscheiden können. Fällt der Unterschied gering aus, wird für alle weiteren Messungen üblicherweise der Arm mit dem etwas höheren Wert genutzt, damit Ergebnisse über die Zeit vergleichbar bleiben.

In bestimmten Situationen sollte ein Arm bewusst gemieden werden:

  • bei einem Dialyse-Shunt am Arm
  • nach einer Brustoperation mit Entfernung von Lymphknoten auf einer Seite
  • bei Lähmungen oder eingeschränkter Durchblutung eines Arms
  • bei starken, dauerhaften Wertunterschieden zwischen beiden Armen

In diesen Fällen ist es ratsam, mit einer ärztlichen Praxis zu klären, an welchem Arm künftig gemessen werden sollte.

Richtige Manschettenposition und Haltung am Arm

Damit die Messung am Arm korrekt gelingt, kommt es auf einige feste Regeln an. Die Manschette sollte direkt auf der nackten Haut liegen, nicht über Kleidung, und in der passenden Größe zum Armumfang gewählt werden – eine zu kleine oder zu große Manschette verzerrt das Ergebnis deutlich.

  • Die Manschette etwa zwei bis drei Zentimeter oberhalb der Ellenbeuge anlegen.
  • Der Arm liegt entspannt und unterstützt auf einem Tisch, die Handinnenfläche zeigt nach oben.
  • Die Mitte der Manschette befindet sich auf Höhe des Herzens, also etwa auf Höhe der Brustmitte.
  • Der Rücken ist angelehnt, die Füße stehen flach auf dem Boden, die Beine sind nicht überkreuzt.
  • Vor der Messung einige Minuten ruhig sitzen, ohne zu sprechen oder sich zu bewegen.

Diese Haltung gilt gleichermaßen für die Messung am Oberarm wie am Handgelenk – nur die Position der Manschette selbst unterscheidet sich.

Typische Fehler, die die Messung am Arm verfälschen

Auch bei sorgfältiger Vorbereitung schleichen sich häufig kleine Fehler ein, die das Ergebnis spürbar verändern können. Wer den Blutdruck richtig am Arm messen möchte, sollte folgende Stolperfallen kennen:

  • Der Arm hängt locker herab oder wird in der Luft gehalten, statt aufgelegt zu sein.
  • Die Manschette liegt über einem hochgekrempelten oder engen Ärmel.
  • Während der Messung wird gesprochen oder es werden Nachrichten gelesen.
  • Die Messung erfolgt direkt nach körperlicher Anstrengung, Kaffee oder einer Zigarette.
  • Es wird nur ein einziges Mal gemessen, obwohl eine zweite Messung nach kurzer Pause verlässlichere Werte liefert.

Jeder dieser Punkte kann die angezeigten Werte um mehrere Einheiten nach oben oder unten verschieben, ohne dass dies mit dem tatsächlichen Blutdruck zu tun hat.

Fazit

Wer den Blutdruck am Arm zuverlässig messen möchte, achtet auf drei Dinge: die passende Messmethode am Ober- oder Unterarm, den geeigneten Arm und eine korrekte, ruhige Haltung während der Messung. Bei anhaltenden Unterschieden zwischen beiden Armen oder besonderen körperlichen Voraussetzungen lohnt sich ein Gespräch mit einer ärztlichen Praxis, um die individuell passende Vorgehensweise festzulegen.

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