Wer sich fragt, blutdruck messen welcher arm der richtige ist, bekommt die klare Grundregel: Bei der ersten Messung sollten beide Arme geprüft werden, danach wird dauerhaft der Arm mit dem höheren Wert verwendet. Der Grund dafür sind normale, oft geringe Unterschiede in Blutgefäßen und Durchblutung zwischen linkem und rechtem Arm, die das Ergebnis leicht verschieben können.
Warum unterscheiden sich die Werte zwischen den Armen?
Kleine Abweichungen zwischen dem Blutdruck am linken und rechten Arm sind normal und kommen bei vielen Menschen vor. Sie entstehen unter anderem durch leicht unterschiedliche Gefäßverläufe, individuelle Unterschiede in der Armmuskulatur oder Haltung während der Messung.
In den allermeisten Fällen sind diese Unterschiede harmlos und kein Anzeichen für eine Erkrankung. Sie erklären aber, warum eine einzige Messung an einem beliebigen Arm nicht immer den vollständigen Blutdruckwert widerspiegelt. Wer blutdruck richtig messen welcher arm wissen möchte, sollte diese natürliche Schwankung von Anfang an einplanen und nicht von einer einzigen Messung auf beiden Armen ausgehen.
Blutdruck messen an welchem Arm: die erste Messung richtig anlegen
Um herauszufinden, welcher Arm für zukünftige Messungen geeignet ist, wird der Blutdruck zunächst an beiden Armen gemessen – idealerweise kurz hintereinander und unter gleichen Bedingungen. Dazu gehören:
- Ruhige Sitzposition mit entspanntem, auf Herzhöhe abgelegtem Arm
- Keine körperliche Anstrengung, kein Kaffee und kein Rauchen kurz vor der Messung
- Eine Wartezeit von einigen Minuten zwischen der Messung am ersten und am zweiten Arm
- Eine für den Armumfang passende Manschettengröße an beiden Armen
Diese Vergleichsmessung zeigt, ob es einen relevanten Unterschied zwischen linkem und rechtem Arm gibt. Erst danach lässt sich entscheiden, an welchem Arm künftig gemessen werden sollte.
Wie groß dürfen die Unterschiede zwischen den Armen sein?
Kleinere Abweichungen von wenigen Millimeter-Quecksilbersäule (mmHg, der gängigen Maßeinheit für Blutdruck) zwischen beiden Armen sind üblich und in der Regel unauffällig. Fällt der Unterschied deutlich größer aus, kann das ein Hinweis darauf sein, dass ein Arm systematisch andere Werte liefert.
Eine genaue Grenze, ab wann ein Unterschied als bedeutsam gilt, kann und sollte hier nicht pauschal genannt werden – das hängt von individuellen Faktoren ab und sollte von einer Ärztin oder einem Arzt eingeordnet werden. Wer bei der Vergleichsmessung einen auffälligen, wiederholt bestätigten Unterschied feststellt, sollte diesen bei der nächsten ärztlichen Kontrolle ansprechen, statt ihn selbst zu bewerten.
Für die Praxis reicht es zunächst, den Unterschied zu dokumentieren: Datum, Uhrzeit und die Werte beider Arme notieren. Diese Angaben helfen später dabei, Entwicklungen einzuordnen.
Welchen Arm sollten Sie dauerhaft für die Messung wählen?
Nach der ersten Vergleichsmessung gilt die einfache Regel: Der Arm mit dem höheren gemessenen Wert wird für alle künftigen Messungen genutzt. Das gilt sowohl für die Selbstmessung zu Hause als auch für Kontrollen in der Arztpraxis.
Dieses Vorgehen hat einen praktischen Grund: Wird immer derselbe Arm verwendet, lassen sich Messwerte über Wochen und Monate besser vergleichen, weil mögliche Unterschiede zwischen den Armen als Fehlerquelle wegfallen. Wer sich fragt, blutdruck an welchem arm messen nach der ersten Kontrolle sinnvoll ist, sollte sich also an diesen einmal ermittelten „Referenzarm“ halten und ihn auch bei Folgemessungen notieren, etwa in einem Blutdrucktagebuch.
Der Vergleich beider Arme muss nicht bei jeder einzelnen Messung wiederholt werden. Es genügt, ihn in größeren Abständen – etwa einmal im Jahr oder nach Rücksprache mit einer medizinischen Fachperson – erneut durchzuführen, um sicherzugehen, dass sich an der Ausgangslage nichts verändert hat.
Besondere Situationen: Wenn ein Arm nicht gemessen werden sollte
In bestimmten Fällen ist die Wahl des Arms nicht frei, sondern durch gesundheitliche Umstände vorgegeben. Dazu zählen zum Beispiel:
- Ein Arm nach einer Brustoperation mit Entfernung von Lymphknoten (häufig nach Brustkrebsbehandlungen)
- Ein Arm mit einem Gefäßzugang für die Dialyse (sogenannter Shunt)
- Verletzungen, Lähmungen oder starke Einschränkungen an einem Arm
- Ein liegender Venenkatheter oder Verband am Oberarm
In diesen Fällen wird grundsätzlich am jeweils anderen, unbelasteten Arm gemessen. Welche Vorsichtsmaßnahmen im Einzelfall gelten, hängt von der persönlichen Situation ab und sollte mit einer Ärztin, einem Arzt oder dem Pflegepersonal abgesprochen werden – insbesondere bei bestehenden Vorerkrankungen, während einer Schwangerschaft oder bei laufender Medikamenteneinnahme, die den Blutdruck beeinflussen kann.
Fazit
Wer verlässlich blutdruck messen arm für Arm vergleichen möchte, sollte einmalig beide Arme unter gleichen Bedingungen testen und danach dauerhaft den Arm mit dem höheren Wert nutzen. Kleine Unterschiede zwischen den Armen sind normal, größere oder neu auftretende Abweichungen gehören in ärztliche Hände. So lässt sich die Messung über die Zeit vergleichbar und aussagekräftig halten.