Wer den Blutdruck richtig messen möchte, stolpert meist über dieselben vermeidbaren Fehler: falsche Körperhaltung, ungünstiger Zeitpunkt oder ein schlecht sitzender Manschettensitz. Diese Ungenauigkeiten können die gemessenen Werte um mehrere Punkte verschieben und so ein falsches Bild vom eigenen Blutdruck vermitteln. Im Folgenden geht es gezielt darum, welche Fehlerquellen beim Messen zu Hause am häufigsten auftreten und wie sie sich konkret vermeiden lassen.
Falsche Körperhaltung und Armposition
Der wohl häufigste Fehler betrifft die Position des Arms. Liegt die Manschette unterhalb oder oberhalb der Herzhöhe, verändert sich der angezeigte Wert spürbar – ein zu tief hängender Arm lässt den Blutdruck oft höher erscheinen, als er tatsächlich ist. Der Arm sollte deshalb entspannt auf einer Tischplatte liegen, sodass sich die Manschette etwa auf Herzhöhe befindet.
Auch die Sitzhaltung spielt eine Rolle. Übereinandergeschlagene Beine, ein nicht abgestützter Rücken oder das Sprechen während der Messung können das Ergebnis verfälschen. Wer richtig Blutdruck messen will, sitzt am besten aufrecht auf einem Stuhl mit Rückenlehne, beide Füße stehen flach auf dem Boden, und der Rücken wird nicht angespannt.
- Arm entspannt auf einer Unterlage ablegen, nicht in der Luft halten
- Beine nicht überkreuzen
- Während der Messung nicht sprechen oder das Handy bedienen
- Rücken anlehnen, nicht frei sitzen
Zeitpunkt und Vorbereitung: worauf es ankommt
Blutdruckwerte schwanken im Tagesverlauf natürlicherweise, und bestimmte Vorbedingungen verstärken diese Schwankungen zusätzlich. Direkt nach dem Aufstehen, kurz nach dem Sport, nach dem Konsum von Kaffee oder Nikotin sowie unmittelbar nach einer stressigen Situation liefert die Messung häufig unrealistisch hohe Werte. Ideal ist eine kurze Ruhephase von etwa fünf Minuten im Sitzen, bevor die Manschette angelegt wird.
Auch eine volle Blase kann den Blutdruck vorübergehend erhöhen, weshalb ein Toilettengang vor der Messung sinnvoll ist. Wer regelmäßig misst, profitiert davon, immer zu ähnlichen Tageszeiten zu messen, etwa morgens und abends, um vergleichbare Werte zu erhalten. Diese Konstanz ist wichtiger als ein einzelner, „perfekter“ Messwert.
Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, in der Schwangerschaft oder unter Medikamenteneinnahme sollten Zeitpunkt und Häufigkeit der Messungen nicht allein festlegen, sondern dies mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.
Technische Fehler am Gerät vermeiden
Neben Haltung und Zeitpunkt sorgt auch die Handhabung des Messgeräts selbst für viele Ungenauigkeiten. Eine zu locker oder zu straff angelegte Manschette, eine falsche Manschettengröße für den Oberarmumfang oder Kleidung unter der Manschette verfälschen das Ergebnis regelmäßig. Die Manschette sollte direkt auf der nackten Haut anliegen und so eng sitzen, dass noch etwa ein Finger dazwischenpasst.
Ein weiterer verbreiteter Fehler ist die Wahl eines nicht validierten oder falsch kalibrierten Geräts. Automatische Oberarmgeräte gelten allgemein als zuverlässiger als Handgelenkgeräte, da Letztere empfindlicher auf die Armhaltung reagieren. Wer unsicher ist, ob das eigene Gerät korrekt misst, kann es beim nächsten Arztbesuch mit einer professionellen Messung vergleichen lassen.
- Manschettengröße zum Oberarmumfang passend wählen
- Manschette direkt auf der Haut anlegen, nicht über der Kleidung
- Gerät regelmäßig auf Funktion prüfen lassen
- Batterien rechtzeitig wechseln, um Messschwankungen zu vermeiden
Wie oft und wie lange sollte gemessen werden?
Auch die Anzahl der Messungen beeinflusst, wie aussagekräftig ein Ergebnis ist. Eine einzelne Messung kann durch kurzfristige Einflüsse verzerrt sein, weshalb es üblich ist, zwei bis drei Messungen im Abstand von etwa einer Minute durchzuführen und daraus den Mittelwert zu bilden. Die erste Messung liegt dabei erfahrungsgemäß oft etwas höher als die folgenden.
Wer eine Blutdruck richtig messen Anleitung für den Alltag sucht, sollte außerdem darauf achten, die Werte samt Datum und Uhrzeit zu notieren, etwa in einem Blutdruckpass oder einer App. Das erleichtert es, im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt Trends statt einzelner Ausreißer zu besprechen. Auffällig hohe oder stark schwankende Werte sollten in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden, statt sie selbst zu interpretieren.
Fazit
Die meisten Ungenauigkeiten beim Blutdruckmessen entstehen nicht durch das Gerät selbst, sondern durch vermeidbare Fehler bei Haltung, Zeitpunkt und Vorbereitung. Wer auf eine entspannte Sitzhaltung, eine ruhige Phase vor der Messung, den richtigen Manschettensitz und mehrfaches Messen achtet, erhält deutlich verlässlichere Werte. Bei anhaltend auffälligen Ergebnissen oder bestehenden Vorerkrankungen ist der Austausch mit einer medizinischen Fachperson der sicherste nächste Schritt.